POSITIONSPAPIER

Lehrmittel sollen barrierefrei und erschwinglich sein

In einem neuen Positionspapier formuliert der Berufsverband der Lehrpersonen LCH Anforderungen an Verlage und Lehrmittel. Im Zentrum stehen vier Forderungen.

Mädchen in der Schulbibliotheke.
Heutige Lehrmittel bieten analoge und digitale Zugänge an. Foto: iStock/DaniloAnjus

Lehrpersonen sollen gleichzeitig individualisiert und lehrplanorientiert unterrichten. Damit sie dies können, brauchen sie eine Auswahl an Lehrmitteln. Der LCH macht das in einem neuen Positionspapier deutlich. Die zentralen Anliegen sind darin als vier Forderungen formuliert:

1. Der LCH fordert für alle Stufen eine «geleitete Lehrmittelfreiheit».

Konkret bedeutet dies, dass Lehrpersonen ihre Lehrmittel aus einer geprüften Liste auswählen können. Wichtig ist dabei, dass durch diesen Evaluationsprozess die Durchlässigkeit zwischen den Anforderungsniveaus und der Übergang zwischen Schulstufen gewährleistet bleiben. Momentan kennen längst nicht alle Kantone ein solches Modell. Umgesetzt hat es der Kanton Basel-Landschaft (siehe Hauptartikel).

2. Berufsverbände sind in den Auswahlprozess eingebunden.

Das bedeutet, dass Vertretungen von Berufsverbänden in den kantonalen Lehrmittelkommissionen und in der interkantonalen Lehrmittelzentrale Einsitz nehmen. Zudem evaluiert eine unabhängige, interkantonale Instanz die Qualität der Lehrmittel und spricht Empfehlungen aus.

Der Kanton Basel-Landschaft gilt als Vorbild in Sachen geleiteter Lehrmittelfreiheit. BILDUNG SCHWEIZ hat sich die Lage dort genauer angeschaut. Hier geht es zum Artikel.

3. Die Verlage schaffen Lehrmittel für heterogene Klassen.

In heutigen Schulklassen können das Niveau und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler stark variieren. Diese Heterogenität der Lernenden müssen Verlage bei Lehrmitteln berücksichtigen. Diese sollen unterschiedliche Lernwege ermöglichen und damit einen differenzierten Unterricht ermöglichen. Kantone und Gemeinden wiederum sollen dafür sorgen, dass genügend finanzielle Mittel zur Beschaffung inklusionsorientierter Lehrmittel zur Verfügung stehen. Bei der Vergabe von Fördergeldern zur Lehrmittelentwicklung ist auf offene Lizenzmodelle zu achten.

4. Lehrmittel und Lernmaterialien müssen finanziell tragbar sein.

Heutige Lehrmittel und Lernmaterialien sind oft hybrid konzipiert. Das heisst, sie liegen sowohl in digitalen als auch in analogen Formaten vor. Wichtig ist, dass diese für Lernpersonen bearbeitbar sind und auch langfristig verfügbar bleiben. Sie sollten modular aufgebaut und wiederverwendbar sein. Von der öffentlichen Hand geförderte Lehrmittelverlage sind als Non-Profit-Organisationen zu organisieren. Sie legen die Preise für Lehrmittel so fest, dass sie für Schulgemeinden tragbar sind und alle Lernenden Zugang zu qualitativ hochstehenden Lehrmitteln haben.

Das Positionspapier mit dem vollständigen Titel «Zeitgemässe Lehrmittel und Lehrmittelfreiheit als Schlüssel für differenzierten Unterricht» löst ältere Papiere des Verbands zum Thema ab.

Das vollständige Positionspapier gibt es hier.

Autor
(ca)

Datum

02.06.2026

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