Überfrachtete Lehrpläne, zentral verordnete Reformen und zu viel Administration. Laut der Gruppe «Wendepunkt Bildung» nehmen deshalb die Leistungen der Schülerinnen und Schüler der Volksschule ab. In der Gruppierung dabei sind etwa der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl, der erste Direktor der pädagogischen Hochschule Zug, Carl Bossard, der abtretende Nidwaldner Bildungsdirektor Res Schmid (SVP) wie auch der Präsident des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland (LVB) Philipp Loretz. Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz war nicht an der Erarbeitung des Manifests beteiligt.
Vor den Medien präsentierte die Gruppierung ihre Positionen. Konkret wird darin die Sicherung von Basiswissen durch systematisches Üben gefordert. Neben «verstehendem Lesen und kohärentem Schreiben» müsse grundlegendes Rechnen, logisches Denken und freies Fantasieren gefördert werden.
Beliebigkeit greife um sich
Zum Gang an die Öffentlichkeit angetrieben hat die Bildungsexpertinnen und -experten gemäss ihren eigenen Aussagen ihre gemeinsame Sorge um den problematischen Zustand und die fragwürdige Entwicklung der Schulen. So erklärte Schmid die integrative Schule für gescheitert und plädierte für den Einsatz von Förder- und Sonderklassen. Loretz betonte, dass der Fächerkanon stets wachse, jedoch fast nie etwas aus dem Lehrplan gestrichen werde. Der überfrachtete Lehrplan 21 führe zu Beliebigkeit.
Einige Anliegen aus dem Manifest wurden bereits in politischen Vorstössen in den Kantonen aufgenommen. Auch in den Positionspapieren zur Bildung von FDP und SVP kommen mehrere Aspekte aus dem Manifest vor. Die Gruppe betont, dass man die Bildungspolitik vom Parteibüchlein loslösen wolle. So sind neben SVP- und FDP-Mitgliedern auch solche der GLP und der SP mit dabei.
