Bildungsbericht 2026

Trotz angespannter Lage auf dem Arbeitsmarkt viele Kleinpensen

Lehrpersonen schätzen den Beruf auch, weil Teilpensen möglich sind. Der Anteil variiert von Kanton zu Kanton. Am tiefsten ist er in Genf, am höchsten im Kanton Bern. Tief ist der Anteil dort, wo ein Mindestpensum vorgeschrieben ist.

Frau sitz auf einem Tisch vor einer Schulklasse
Der Lehrberuf ist bei Frauen auch deshalb beliebt, weil sich mit einer Teilzeitanstellung Familie und Beruf besser vereinbaren lassen. Foto: iStock/LumiNola

Im Kanton Genf werden Lehrpersonen zu einem Mindestpensum von 50 Prozent angestellt. Dieselbe Grenze gilt im Kanton Tessin. Folgerichtig gibt es in diesen Kantonen fast keine niedrigeren Pensen. Im Kanton Bern gibt es wie in den meisten anderen Kantonen keine solche Beschränkung. Hier arbeitet mehr als jede dritte Lehrperson mit einem Pensum von 50 Prozent oder weniger. 

Diese Zahlen des Bundesamts für Statistik werden im am 23. März erschienenen neuen Bildungsbericht nicht ohne den Hinweis dargestellt, dass der Anstellungsgrad das Angebot «entscheidend» bestimme. Dieser habe sich trotz angespannter Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht verändert.

Beiträge zum Bildungsbericht

Im Webmagazin bildungschweiz.ch werden in den folgenden Wochen verschiedene Beiträge zu einzelnen Themen aus dem Bildungsbericht publiziert.
Schon erschienen: 
«Digitalisierung bleibt ein wichtiges Bildungsthema»

Beruf mit hohem Frauenanteil

Als Ursache für den hohen Anteil an kleinen Pensen wird angeführt, dass viele Frauen im Lehrberuf tätig seien. Viele wählten diesen Beruf gerade wegen der Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten. Teilzeitarbeit helfe dabei, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Für die Autorinnen und Autoren ist aber klar, dass Kantone mit einem hohen Anteil an Teilzeitpensen «auf einen substanziellen Teil an ausgebildeten Lehrpersonen» verzichten würden. 

Argumente, die gegen eine Mindestgrenze sprechen, werden im Bildungsbericht nicht aufgegriffen. In politischen Debatten dazu – kürzlich zum Beispiel im Kanton Zürich – war als Gegenargument etwa zu hören, dass Lehrerinnen mit kleinen Kindern dank der Möglichkeit von niedrigen Pensen berufstätig bleiben können.

Der durchschnittliche Anstellungsgrad aller Lehrpersonen beträgt laut Bildungsbericht 71 Prozent.

Schweizer Bildungsbericht 2026

Der Bildungsbericht erscheint im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sowie der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). Er erscheint alle vier Jahre und vereint Daten und Erkenntnisse zum Schweizer Bildungswesen auf allen Schulstufen. Dabei werden auch Datenlücken und Forschungsbedarf aufgezeigt. Daneben vermittelt der Bericht einen Überblick über die gemeinsamen bildungspolitischen Ziele von Bund und Kantonen. Der Bildungsbericht 2026 ist die sechste Ausgabe. Bildungsbericht zum Download: skbf-csre.ch

Autor
Christoph Aebischer

Datum

01.04.2026

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