Seit 20 Jahren liefert der Bildungsbericht umfassende Daten zum Zustand des Schweizer Schulsystems. Die Stimmbevölkerung hatte der Einführung des Bildungsmonitorings im Mai 2006 mit 85 Prozent zugestimmt. Den Pilotbericht hatten Bund und Kantone damals schon vorsorglich in Auftrag gegeben. So erschien der erste, noch inoffizielle, Bildungsbericht bereits im Dezember 2006. Es folgte eine neue Version alle vier Jahre. An einer Medienkonferenz in Bern wurde am 23. März nun der sechste Bericht von Bundespräsident und Bildungsminister Guy Parmelin, Christophe Darbellay, Präsident der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren und Stefan Wolter, Direktor der schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung, vorgestellt.
«Das Ziel ist ambitioniert, aber es bleibt richtig.»
Parmelin, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung, verwies auf ein zentrales Ziel der Bildungspolitik. So sollen 95 Prozent aller 25-Jährigen einen Abschluss auf der Sekundarstufe II erreichen. Dieses Ziel ist allerdings noch nicht erreicht. Die Quote ist sogar von 91,5 auf 90,1 Prozent leicht gesunken. Die Autorinnen und Autoren des Berichts betonen jedoch, dass sie seit Jahren auf stabil hohem Niveau bleibe. Parmelin räumte ein, dass diese Quote eine Herausforderung ist: «Das Ziel ist ambitioniert, aber es bleibt richtig.» Eine Lösung sieht er im Stellenwert der Berufsbildung. So sei die Quote gerade in jenen Kantonen höher, wo auch die Berufsbildung ein höheres Ansehen geniesse. Dies sei unter anderem in der Zentral- und in der Ostschweiz der Fall.
Die Karriere der Digitalisierung
Der Bildungsbericht selbst schlägt keine bildungspolitischen Massnahmen vor. Er dient Bund und Kantonen als Grundlage für Entscheidungen. Die Autorinnen und Autoren verzichteten auf ein starres System, das inhaltlich immer gleich vorgeht, auch wenn das einen Vergleich jeweils vereinfachen würde. Das habe einen entscheidenden Vorteil: So könnten neue Entwicklungen berücksichtigt werden. Tatsächlich greift der Bericht nun auch Themen auf, die vor 20 Jahren noch keine Erwähnung fanden. Dies gilt nicht zuletzt für künstliche Intelligenz (KI).
