Aufgaben von Schulassistenz

«Nationaler Ansatz wäre hilfreich»

Denise Da Rin von der PH Zürich empfiehlt, die Rolle der Schulassistenzen zu klären. Eine von ihr durchgeführte Erhebung zeigt, dass deren Pflichtenheft noch nicht genügend geschärft ist.

Denise Da Rin. Foto: ZVG

Geht es Schulassistenzen heute besser als bei der ersten Umfrage im Jahr 2020?

DENISE DA RIN: Gegenüber der Umfrage von 2020 verfügen Schulassistenzen heute über klarere Rahmenbedingungen. Viele sind beispielsweise fest angestellt. Es zeigt sich aber, dass weiterhin häufig kein Pflichtenheft vorhanden ist. Zu berücksichtigen ist, dass die Ergebnisse nicht für alle Schulen allgemeingültig sind.

Schulassistenzen übernehmen sehr viele verschiedene Aufgaben, auch pädagogische, zeigt die Umfrage.

Hier wäre eine weitere Klärung wohl hilfreich. Pädagogische Aufgaben sollten pädagogisch ausgebildeten Personen vorbehalten sein. Dazu gehört auch die Förderung einzelner Schülerinnen oder Schüler. Assistenzen werden beispielsweise oft in integrativen Lernsettings eingesetzt. Dort sollten sie aber ausschliesslich unterstützend wirken und unter der Anleitung von Lehrpersonen arbeiten.

«Schulassistenzen sollten unter Anleitung von Lehrpersonen arbeiten.»

Was läuft falsch?

Ich möchte es positiv formulieren: Dort, wo Schulassistenzen klare Aufgaben haben, fühlen sie sich sicher und sie sind motiviert. Davon profitieren alle: die Schulassistenzen, die Lehrpersonen, die Schule und vor allem auch die Kinder. Festzuhalten ist jedoch: Nach wie vor fehlt teilweise eine fundierte Einführung in die Aufgabe.

Zu wenig klar ist, welche Aufgaben Schulassistenzen übernehmen sollen. Das belastet, wie eine Umfrage der pädagogischen Hochschule Zürich zeigt. Hier geht es zum Artikel.

Der Schulassistenz-Verband fordert die Anerkennung dieser neuen Funktion als Beruf und eine Ausbildung. Was sagen Sie dazu?

Ich verstehe das Anliegen des Verbands. Erhalten Schulassistenzen pädagogisches Rüstzeug und erfahren, wie die Schule heute funktioniert, können sie ihre Aufgaben besser erfüllen – beispielsweise die Schlichtung eines Streits unter Schulkindern. Ohne Schulung müssen sie auf eigene Erfahrungen aus ihrer Schulzeit zurückgreifen. Schulassistenzen möchten jedoch genauer Bescheid wissen. Dies zeigte sich in zahlreichen Rückmeldungen aus der Umfrage und wir erkennen das auch am grossen Interesse an unseren Weiterbildungen.

Wer versucht, kantonsübergreifende Informationen zu Schulassistenzen zu erhalten, läuft auf. Klar ist nur, die Zahl der Schulassistenzen wächst rasant. Bräuchte es eine stärkere Koordination?

Ein kantonsübergreifender nationaler Ansatz wäre sinnvoll. Es gibt Merkblätter, aber das Rollenverständnis und der Kompetenzrahmen variieren von Ort zu Ort. Das widerspiegeln beispielsweise die unterschiedlichen Bezeichnungen für das Assistenzpersonal. 

Datum

20.07.2026

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