Lehrpersonen auf Stellensuche prüfen oft als Erstes Arbeitsweg, Schulstufe oder die Grösse des Schulhauses. Wichtiger als strukturelle Anforderungen wäre jedoch die Frage: «Passe ich als Individuum in diese Schule?», sagt Angela Baumgartner, die Lehrpersonen bei Laufbahnfragen berät. Sie empfiehlt, vor allem auf zwischenmenschliche und inhaltliche Faktoren zu achten.
Doch Bewerbungsgespräche sind oft eine hochformalisierte Angelegenheit. Nicht selten folgen sie einem vorgegebenen Prozess mit klaren Abläufen – von den Bewerbungsfristen bis zur Ausstellung des Arbeitsvertrages. In manchen Kantonen gibt es für das Einstellungsverfahren detaillierte Vorgaben – inklusive Pflichtfragen, die Schulleitungen den Bewerbenden stellen müssen.
Zu professionelle Gespräche
Dieser systematisierte Kontext kann schnell davon ablenken, worum es wirklich geht: um die zwischenmenschliche Ebene. Baumgartner stellt fest, dass Arbeitgebende wie auch die bewerbende Lehrperson stark darum bemüht sind, Bewerbungssituationen so professionell wie möglich zu gestalten.
«Wichtig ist, dass sich die Menschen hinter den Fachpersonen kennenlernen.»
«Dies erschwert den beiden Parteien jedoch, zu erkennen, wie gut man zueinander passt.» Damit ist nicht die fachliche Eignung gemeint. «Die meisten Bewerberinnen und Bewerber sind qualifiziert und sehr gut ausgebildet. Ihre Kompetenz steht also eigentlich gar nicht zur Frage. Wichtig ist, dass sich die Menschen hinter den Fachpersonen kennenlernen», sagt die Beraterin, die selbst ausgebildete Sekundarlehrerin ist.
Larissa Hauser, Psychologin und Dozentin an der pädagogischen Hochschule Zürich, rät Studierenden und Lehrpersonen auf Stellensuche deshalb dazu, sich so gut wie möglich über eine Schule zu informieren. «Es ist ratsam, sich die Website einer Schule anzuschauen und zu prüfen, welche Schulkultur gepflegt wird.»
