Den Aargauerinnen und Aargauern sitzt das Geld beim Verkehr lockerer als bei der Bildung. Während am vergangenen Abstimmungssonntag 54,3 Prozent dem mit 384 Millionen Franken teuersten Verkehrsprojekt aller Zeiten im Kanton zustimmten, fand die Bildungsinitiative keine Mehrheit. «Bildungsqualität sichern – JETZT» vom Aargauer Lehrpersonenverband Bildung Aargau kam lediglich auf 42,6 Prozent der Stimmen. Nur gerade sechs der 196 Aargauer Gemeinden stimmten dem Anliegen zu. Dies waren Ennetbaden, Baden, Windisch, Aarau, Kaiseraugst und Niederlenz.
Das Initiativkomitee nehme die Ablehnung mit Bedauern zur Kenntnis, heisst es in einer Mitteilung. «Die Bildungsinitiative wollte die langfristige Sicherung der Bildungsqualität in der Verfassung verankern. Sie war bewusst offen formuliert und schrieb keine konkreten Massnahmen vor», heisst es weiter. Ziel sei ein klares politisches Bekenntnis zu guten Rahmenbedingungen für Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrpersonen gewesen.
«Es gibt noch viel zu tun.»
Nun sei die Politik gefordert. Das Komitee erwarte nun von Regierung und Parlament, dass den seit Jahren bekannten Herausforderungen konkrete Massnahmen folgen. «Notwendige Lösungsansätze liegen längst auf dem Tisch», heisst es weiter. Kathrin Scholl, ehemalige Präsidentin von Bildung Aargau, ist sich sicher: «Das Thema bleibt, es gibt noch viel zu tun.»
Die Aargauer Bildungsdirektorin Martina Bircher (SVP) sagte nach der Abstimmung zur «Aargauer Zeitung», dass sie das Nein der Bevölkerung als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg lese. So seien bereits Massnahmen beschlossen worden, die zu einer Verbesserung der Situation beitragen sollen. Etwa bei der Frühförderung, den Förderklassen oder beim Strategiepaket Sprachen.
