Was als Erstes auffällt: der gemütliche Holztisch mitten im Schulzimmer. «Unser Stubentisch», sagt Barbara Portmann. Daneben stehen Pultgruppen im Raum und es gibt diverse Nischen und Rückzugsorte. Die «Stube» befindet sich im Zimmer B1.02., im ersten Stock eines modernen Zweckbaus im aargauischen Baden-Rütihof. Dort gehen 21 Schülerinnen und Schüler ein und aus. Sie besuchen eine altersdurchmischte Klasse – von der ersten bis zur dritten Primar. Im dörflichen Quartier mit 2400 Einwohnerinnen und Einwohnern erinnert nichts an die Stadt Baden, zu der es gehört. Das Schulgelände liegt idyllisch am Waldrand.
Was weiter auffällt: Der Schulbetrieb läuft hier mit einer angenehmen Selbstverständlichkeit. Ohne Anweisung versammeln sich die Schülerinnen und Schüler im Kreis und nach einem gemeinsamen Lied geht’s über zur Mathematik. Die Lehrerin legt eine von den Kindern gestaltete Lernlandkarte in die Mitte – das «Mathelernall». In den folgenden 45 Minuten zeigen die Kinder, wo sie im Plus- und Minusrechnen stehen. Sie wählen selbst Aufgaben, die ihrem Niveau entsprechen, lösen sie, zeigen sie der Lehrerin und kleben sie in ihr Heft. Es ist eine Leistungsbeurteilung – also ein Test. «Aber keine Testatmosphäre», sagt Portmann.



