SCHOOLMAPS

Kreative und lehrreiche Kopfreisen

BILDUNG SCHWEIZ stellt in dieser Ausgabe Schulreisen vor, die Grenzen überwinden. Das braucht Planung. Schülerinnen und Schüler können sich dank interaktiven Karten daran beteiligen.

Jugendliche beim Wandern in den Bergen.
Mit etwas Hilfe können Schülerinnen und Schüler ihren nächsten Schulausflug selbst organisieren: Foto: iStock/imgorthand

Ob in den Bäumen vom Neckertal, umgeben von Wasser oder unterwegs in Sandsteinhöhlen: In seiner Schwerpunktausgabe 2023 zum Thema Schulreisen lässt BILDUNG SCHWEIZ die Mutigen vor. Denn ein bisschen Überwindung braucht es schon, wenn man einen Baumwipfelpfad auf 14 Metern Höhe begehen will. Und wer auf dem Göschener Wasserweg wandelt, überwindet je nach Routenwahl einige 100 Höhenmeter. Die Sandsteinhöhlen am Mont Vully sind zwar von Menschenhand gemacht, dies macht sie aber nicht weniger spektakulär.

Letztlich gilt für jede Schulreise, egal wohin sie führt, derselbe Grundsatz: Gute Planung ist das A und O. Lehrpersonen machen sich selbst vor Ort ein Bild, bevor sie mit einer Schulklasse anreisen. Mit der Plattform Schoolmaps vom Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) können sich Schülerinnen und Schüler nun an der Planung beteiligen. Mittels Visualisierungen und einem reichhaltigen Fundus an Kartenmaterial lernen sie, wie sie ihren Schulausflug selbst planen können.

Diverse Karten für Schulreisen verfügbar

Auf schoolmaps.ch finden Lehrpersonen unter Materialien und Anleitungen, wie Geodaten im Unterricht eingesetzt werden können. Die Unterrichtsideen lassen sich auf regionale Gegebenheiten anpassen. So können sich Schülerinnen und Schüler das Kartenlesen zunächst in ihrer bekannten Lebenswelt angewöhnen. Mithilfe der Swisstopo-App sowie dem sogenannten Kartenviewer von map.geo.admin.ch können die Kinder und Jugendlichen die Route ihrer Reise selbst zusammenstellen. Für jede Fortbewegungsart sind spezifische Landeskarten verfügbar.

Der Panoramamodus in der App erlaubt es den Entdeckerinnen und Entdeckern zudem, die Begebenheiten vor Ort einzusehen. Einmal fertig geplant, können die Etappenziele und vollständigen Routen als Karten mit der Klasse geteilt werden.

Wer lieber in die Vergangenheit reisen möchte, wird im Kartenviewer des Bundes ebenfalls fündig. Im Modus «Zeitreise» ist es möglich, alte Karten – bis ins Jahr 1845 – anzusehen. Sie lassen sich für historische und geografische Beobachtungen nutzen. So können die jungen Forscherinnen und Forscher nachvollziehen, wann eine Ortschaft erstmals kartografisch festgehalten wurde und wie sie früher hiess. Wer verschiedene historische Karten miteinander abgleicht, findet so heraus, wie sich ein Flurname über die Zeit verändert hat. Zu empfehlen sind zudem die Luftaufnahmen von Swisstopo. Die ganze Sammlung umfasst Momentaufnahmen, die zurück in die 1920er-Jahre reichen. Darunter Luftbilder der sogenannten «Amerikaner Befliegung» von 1946 – sie wurden einst offenbar in Rekordzeit aufgezeichnet. Heute zeigen die Luftaufnahmen eindrücklich, wie sehr sich ganze Landstriche verändert haben. Wo sich im Flachland einst Acker an Acker reihte, sind innert weniger Jahre ganze Quartiere entstanden.

Gestalten mit Karten

Dass sich das Kartenmaterial auf dem Geoportal hervorragend für Fächer wie Geschichte oder Natur, Mensch und Gesellschaft nutzen lässt, liegt auf der Hand. Es eignet sich aber auch für kreative Ansätze. So lässt sich zwischen so mancher Linie, die auf einer Karte erscheint, auf einmal eine Figur oder ein Muster erkennen. Die Muster existieren in der Realität nicht. Vielmehr erkennt das Gehirn in den Strukturen vertraute Formen. Das Phänomen nennt man Pareidolie. Hat ein Kartenausschnitt ein Bild ausgelöst, kann man diesen ausdrucken und die darin entdeckte Form einzeichnen und künstlerisch weiterverarbeiten. Eine detaillierte Anleitung dazu findet sich auf der Website von Schoolmaps.

Auch Kartografinnen und Kartografen erlauben sich dann und wann eine kreative Auszeit. In den offiziellen Landeskarten haben sie ab und an eine kleine Zeichnung versteckt. Eine Herausforderung für junge nacheifernde Entdeckerinnen und Entdecker: Finden sie die kleinen Figuren, die sich in den Höhenlinien verbergen? Eine im Gebiet des Aletschgletschers versteckte Figur sei hier verraten: Seit 2011 verbirgt sich in der dazugehörigen Landeskarte ein bekanntes Tierchen aus den Alpen: das Murmeltier.

Autor
Mirja Keller

Datum

06.03.2026

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