Der Artikel «‹Moderate› Leistungen in der Mathematik» benennt soziale Herkunft als stärksten Einflussfaktor, aber nicht, weshalb fehlende Förderung ihn wohl massiv verstärkt: Im Kanton Luzern – schweizweit letzter in Mathe mit 68 Prozent – sind nur 26 Prozent der Lehrpersonen für integrative Förderung auf der Primarstufe adäquat ausgebildet, auf der Sekundarstufe 8 Prozent.
Thomas Müller von der pädagogischen Hochschule Luzern sagte im August 2025 gegenüber dem Schweizer Fernsehen, im Kanton Luzern habe es auch seit dem neugestalteten Finanzausgleich 2008 nie eine Kultur gegeben, die Ausbildung als selbstverständlich zu betrachten – vorübergehend bräuchte es doppelt so viele Sudierende.
«Grundkompetenzen sind ein Verfassungsauftrag.»
Grundkompetenzen sind kein Harmonisierungsziel. Sie sind ein Verfassungsauftrag, der ausreichenden Grundschulunterricht garantieren müsste. 68 Prozent bedeutet: Ein Drittel der Luzerner Kinder hat diesen Anspruch bereits am Anfang ihrer Schulzeit nicht erfüllt bekommen.
Für Kinder, die die Schule deshalb ohne Noten und ohne Mathegrundlagen abschliessen, ist das nicht moderat. Das ist fatal. Die Basisaufgabe der Volksschule wird an Eltern delegiert. Wer keine hat, die das auffangen können, fällt durch. Der LCH fordert Investitionen in frühkindliche Bildung. Bitte mit dem Aufbau von Fachpersonal, das Risikokinder im Kindergarten gezielt fördern kann, wie es durch Evidenz belegt ist. Monique Wittwer, Luzern