Die Dimensionen sind gewaltig: 100 Meter lang und 10 Meter hoch ist das Ölgemälde im Original. Das Panorama zeigt die Schlacht bei Murten. Anlässlich des 550-Jahr-Jubiläums ist im bernischen historischen Museum eine digitalisierte Version ausgestellt. Mit der Ausstellung «Murten, ausgeschlachtet. Ein Sieg wird in Szene gesetzt» will das Museum den Mythos der Murtenschlacht kritisch beleuchten. Dabei geht die Ausstellung den Fragen nach, wer die Geschichte von Kriegen schreibt und wem die Inszenierung eines Krieges nützt.
Die Schlacht bei Murten gilt bis heute als identitätsstiftender Sieg für die Eidgenossenschaft und hat sich in das kollektive Gedächtnis der Schweiz eingebrannt. Am 22. Juni 1476 besiegten die eidgenössischen Truppen und ihre Verbündeten die Armee des burgundischen Herzogs Karl des Kühnen. Die Schlacht war kurz, aber grausam: Innerhalb weniger Stunden verloren rund 10 000 Menschen ihr Leben.
Wer siegt, erzählt die Geschichte
Die Ausstellung im historischen Museum zeigt, wie solche Begebenheiten zu mitreissenden Erzählungen verdichtet werden. Denn oftmals sagt die nachträgliche Inszenierung mehr über den damaligen Zeitgeist aus als über das eigentliche Ereignis. Meist sind es die Siegerinnen und Sieger, die das Bild eines Krieges prägen. Wer unterliegt und stirbt, kann seine Geschichte nicht mehr erzählen. In der Ausstellung wird dieses Thema auch auf jüngere Konflikte übertragen – etwa mit Fotografien vom Irakkrieg aus dem Jahr 2003.
