BERUFSWAHL

Buben werden eher Männerberufe empfohlen

Eltern sind im Berufswahlprozess eine wichtige Unterstützung für Jugendliche. Eine Studie hat nun festgestellt, dass Mädchen bei der Wahl geschlechtsneutraler beraten werden als Jungs.

Junger Mann trägt einen Helm und arbeitet mit einem Hammer an einer Maschine.
Bei der Berufswahl empfehlen Eltern ihren Söhnen eher männlich dominierte Professionen. Foto: iStock/industryviewer

Wie stark beeinflussen Genderstereotypen die Unterstützung der Eltern in der Berufswahl? Diese Frage beschäftigte Schweizer Forschende, die für eine Studie fast 6000 Erwachsene befragt haben. In einem hypothetischen Szenario mit zwei möglichen Berufen wurden die Teilnehmenden gefragt, wie sie Sohn und Tochter beraten würden. Die Studie der Universität Bern und der schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung trug überraschenden Erkenntnisse zutage.

Töchtern werden laut Studie allgemein neutraler beraten.

Gemäss Studie beraten Erwachsene ein Mädchen in der Berufswahl tendenziell eher geschlechtsneutral. Bei Buben werden aber signifikant häufiger männlich dominierte Berufe empfohlen. Die Studie hat die hypothetischen Berufsempfehlungen noch differenzierter untersucht. Dabei stellten die Forschenden fest, dass Väter allgemein männlich dominierte Berufe bevorzugen. Sie empfehlen diese tendenziell Söhnen sowie Töchtern. Bei Söhnen würden Mütter ebenfalls männlich dominierten Berufe bevorzugen. Je höher die Ausbildung der Eltern, desto geschlechtsneutraler beraten sie. Töchter werden laut Studie allgemein neutraler beraten.

Frauenförderung reicht nicht

Erwachsene wirken laut der Autorin und dem Autor der Studie als potenzielle Verstärker geschlechtstypischer Berufsentscheidungen. In Bezug auf den Fachkräftemangel folgern sie unter anderem, dass die Förderung von Frauen in klassischen Männerberufen allein nicht genüge. Für eine bessere Verteilung der Geschlechter auf alle Berufe, brauche es Eltern, besonders Väter, die ihre Söhne auch ermutigen weiblich dominierten Berufen zu erlernen.

Autor
(pdi)

Datum

23.04.2026

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