Die Erdkugel besteht zu drei Vierteln aus Wasser und Eis. Nur ein Viertel ist Land, und nur ein Zweiunddreissigstel ist Ackerfläche. Und davon ist nur die Schale, also die Erdkruste, anbaufähig, also Ackerfläche. Reicht das, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren? Dieser Frage gehen die Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse aus dem bernischen Hinterkappelen auf den Grund. Für das Fach Wirtschaft, Arbeit und Haushalt besuchen sie den Weltacker in Bern.
Rahel Gunsch, Leiterin des Weltackers Bern, erklärt den Jugendlichen, wie begrenzt die weltweit zur Verfügung stehende Ackerfläche ist. Konkret entspricht das Zweiunddreissigstel 1,6 Milliarden Hektaren Ackerland. Was sich zunächst anhört wie riesige Flächen, entpuppt sich also als winziger Erdteil. Gleichzeitig macht Gunsch klar, wie wichtig dieser winzige Teil ist. Der Boden ist die Lebensgrundlage der Menschheit. Diese ernährt sich kaum noch vom Jagen und Sammeln, sondern betreibt Ackerbau. Ohne müssten die Menschen hungern.
2000 Quadratmeter pro Jahr
Die 1,6 Milliarden Hektaren Ackerfläche müssten also ausreichen, um die Welt zu ernähren. Teilt man diese Fläche gleichmässig unter den Menschen auf, würden jedem und jeder 2000 Quadratmeter pro Jahr zustehen. Diese dient nicht nur dem Anbau von Nahrungsmitteln, sondern auch von Kraftfutter für die Nutztiere. Angebaut wird da auch Baumwolle für Kleidung, Raps für Diesel und Mais für Strom. Kurz: alles, was konsumiert wird.
Einige Länder brauchen deutlich mehr von der globalen Ackerfläche, als sie dürften.
Theoretisch reicht diese Fläche aus, um alle vollständig zu versorgen. Das Problem: Einerseits sind die Ernteerträge je nach Lage, Klima und Anbauform unterschiedlich. Andererseits brauchen einige Länder – darunter auch die Schweiz – deutlich mehr von der globalen Ackerfläche, als sie dürften, damit es für alle reicht. Hunger ist also in erster Linie ein Verteilungsproblem.
Der Weltacker in Bern setzt das Gedankenmodell in die Realität um und veranschaulicht diese abstrakte Zahl. Auf 2000 Quadratmetern wachsen rund 50 der am häufigsten angebauten Pflanzen im gleichen Verhältnis, wie sie weltweit angebaut werden. Diese sogenannten Ackerkulturen sind nach ihrer Nutzung sortiert. Spielerisch entdecken die Jugendlichen, welche das sind und welche Ackerkultur in welche Kategorie gehört. Gunsch gibt ihnen den Auftrag, einzelne Lebensmittel auf dem Acker ausfindig zu machen und zu schauen, aus was die konsumierten Lebensmittel bestehen.
Es kommt auf die Ernährung an
Der individuelle Verbrauch von Ackerfläche veranschaulicht ein sogenanntes Flächenbuffet. Auf einer abgesteckten Fläche wachsen all jene Zutaten beziehungsweise Pflanzen, die für die Herstellung verschiedener Gerichte benötigt werden.
Wie viel Acker braucht es für einen Teller Spaghetti Bolognese?
Jetzt sind die Schülerinnen und Schüler gefragt. Sie erhalten die Aufgabe, die einzelnen Flächen den Gerichten zuzuordnen. Was braucht es für einen Teller Spaghetti Bolognese? Neugierig machen sich die Jugendlichen auf die Suche nach den entsprechenden Pflanzen. Sie sprinten los, als wäre es ein Wettrennen.
