«Wir sind enttäuscht über dieses Resultat», schreibt die Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands (ZLV) Lena Fleisch in einer Mitteilung. Im heutigen Berufsauftrag stehe den Lehrpersonen zu wenig Zeit für wichtige Aufgaben zur Verfügung. Insbesondere der ausgewiesene Mehraufwand für Klassenlehrpersonen bleibe bestehen. Vom Zürcher Kantonsrat erwarte man, dass zumindest für diese Verbesserungen umgesetzt werden.
Doch auch für die restlichen Lehrpersonen besteht Handlungsbedarf: «Es kann nicht die Lösung sein, dass die Qualität unserer Volksschule dauerhaft von unbezahlter Überzeit der Lehrpersonen abhängt», so Fleisch weiter. Nun müsse man schauen, welche Aufgaben innerhalb der vorhandenen Arbeitszeit geleistet werden und was künftig weggelassen werden könne.
Kein Nein zu Lehrpersonen
Für das Referendumskomitee war das Ergebnis erfreulich. Denn mit der Ablehnung würden jährliche Mehrausgaben von 83 Millionen Franken verhindert. Diese Ausgaben hätten kein konkretes Problem gelöst, heisst es in einer Medienmitteilung der FDP Kanton Zürich. Man betont derweil, dass das Nein des Stimmvolkes kein Nein zu Lehrpersonen sei, sondern ein Nein zu breit angelegten und dauerhaft teuren Lösungen.
Auch die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) begrüsst das Resultat. Aber die Belastung für Lehrpersonen insbesondere Klassenlehrpersonen sei real. Die 100 Stunden, die ihnen für Aufgaben wie Elterngespräche oder Zeugnisse schreiben zur Verfügung stehen, entsprächen nicht mehr der Realität. Nun werde die Regierung prüfen, wie der Berufsauftrag angepasst werden könne. Aber eine neue Vorlage wolle man nicht unmittelbar präsentieren, sagte sie vor den Medien.