Zwischen Lehrpersonen und Schulleitungen kann es – wie in allen Arbeitsverhältnissen – zu Spannungen kommen. Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich nicht ernst genommen, der Führungsstil der Schulleitung ist zu ruppig oder die Stimmung im Lehrteam leidet unter einer neuen Regelung. «Solche Uneinigkeiten gehören zum Alltag an einer Schule dazu», sagt eine der von BILDUNG SCHWEIZ angefragten Beratungsstellen. Ein ehrliches Gespräch, bei dem sich beide Parteien zuhören und für Lösungsvorschläge der Gegenseite offen sind, könne aber viel bewirken.
Konflikte im Schulalltag
«Wollen Sie dort noch arbeiten?»
Viele Schulen suchen Personal. Das verleitet Lehrerinnen und Lehrer dazu, bei Problemen eher die Stelle zu wechseln.

Stellensuche statt Gespräch
In den letzten Jahren beobachtet man bei den Kantonalsektionen jedoch die Tendenz, dass Probleme mit der Schulleitung gar nicht mehr angesprochen würden. Stattdessen suchen sich viele Lehrpersonen eine neue Stelle, wenn ihnen im bisherigen Schulhaus etwas nicht passt. Früher habe man noch vermehrt das Gespräch gesucht, sagt eine andere Beratungsstelle. Der Umstand, dass Lehrpersonen auf dem Stellenmarkt sehr gefragt seien – vielerorts gar von einem Lehrpersonenmangel gesprochen werde –, sei ein Treiber für diese Entwicklung, heisst es weiter. Sei keine Konfliktlösung in Sicht, würden die Beratenden schon auch mal die vielsagende Frage stellen: «Wie lange wollen Sie dort noch arbeiten?»
Obwohl Lehrpersonen viel an ihren Teamkolleginnen und -kollegen liegt, ihnen der Arbeitsort wichtig ist und sie auch viel in die Beziehung mit ihrer Schulklasse investieren: Manchmal ist ein Neuanfang die richtige Lösung. Der Stellenmarkt hat die Schwelle dazu definitiv sinken lassen.
Autor
Alex Rudolf
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