Tinkturen und Pastillen

So warb die Gesundheitsindustrie um die Lehrerschaft

Werbung spiegelt die Gesellschaft und ihre Zeit. Ein Blick in das Archiv von BILDUNG SCHWEIZ zeigt, was einst als gesund galt.

In der Schweizerischen Lehrerzeitung warben diverse Anbieter mit gesundheitsfördernden Wundermitteln. (Bildmontage: Patricia Dickson)

Gesund bleiben dank Kamillengeist, Eisencognac oder Nährsalz-Bananen-Kakao? Das versprachen Produkte, die in den 1910er- und 1920er-Jahren in der «Schweizerischen Lehrerzeitung» um die Gunst der Leserschaft buhlten. Wer heute durch die alten Seiten blättert, findet ein Sammelsurium an Wundermitteln. 

Lehrpersonen sind im Schulzimmer bis heute diversen Krankheitserregern ausgeliefert. Kein Wunder wurden sie schon damals fleissig umworben. So empfahl die Dr. A. Wander AG – ja, die von der Ovomaltine – bei Erkältungen ihre Formitrol-Pastillen als «wirksames, innerliches Desinfektionsmittel». Gegen Schwäche und Blutarmut wurde Eisencognac angepriesen und Kamillengeist allgemein bei Unwohlsein. 

Als Protein-Shake-Vorgänger könnte man Hofmanns «wohlschmeckendes Nährsalz-Bananen-Kakao» bezeichnen. Dieses könne Fleisch nicht nur ersetzen, so der Hersteller, es habe diesem gegenüber sogar bedeutende Vorzüge: «Jeder hygienisch Denkende und Aufgeklärte bevorzugt diese vollwertige, gesunde, naturreine, energiereiche und leicht verdauliche Nahrung.» 

Passend dazu ein weiteres Inserat für die tägliche Labung und Erquickung: Da empfahl eine Anzeige, Kaffeeersatz vorzuziehen und zwar «jedem, der im auftreibenden Getriebe des modernen Lebens steht». Gemeint war besonders das zarte Geschlecht: «Glückliche Frauen kann man die nennen, die nur Kathreiners Malzkaffee gebrauchen.» Na dann: Wohl bekomms. 

Autor
Patricia Dickson

Datum

12.10.2026

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