Dass die einzelnen Projekte Sinn machen, wird quasi vorausgesetzt. Die Reise beginnt bei der Zusammenarbeit mit den Eltern, dann wandert der Fokus zu Schülerinnen und Schülern, zu den Lehrpersonen und am Ende kurz zu den Lernumgebungen.
Zwar lautet der Untertitel des Buchs «Wie eine kooperative Schulhauskultur Motivation, Selbstführung und Resilienz stärkt». Im Buch geht es aber rasch einmal darum, Projekte und deren Umsetzung zu skizzieren. Im Kapitel über Schülerinnen und Schüler etwa sind dies die Entwicklung hin zur Selbstführung, zu sogenannten zu Respektlotsen ausgebildeten Schülerinnen und Schülern, die für ein gutes Miteinander sorgen, zum Coaching, zu fortgeschrittenen Lernerinnen und Lernern, zur Friedensvermittlung und zu demokratischen Entscheidungswegen.
Letztere lassen sich gemäss «Level up» unter geeigneten Umständen so weit entwickeln, dass ein Schulparlament auch bei Fragen zum Schulbetrieb oder sogar bei Stellenbesetzungen einbezogen wird.
Fundgrube, Leitfaden – mit Überforderungspotenzial
Das Zielpublikum der Hauptautorinnen Geneviève Appenzeller und Tanja Alvesalo erschliesst sich aus deren Hintergrund. Sie arbeiten beide als Schulleiterinnen. Gegliedert sind die Unterkapitel in ein einheitliches Raster, das zu Beginn des Buchs in einer kurzen Leseanleitung erläutert wird: Why (Pain Point), Goal, Core, Top, Timeline & Resources, Be Aware und Taking it further.
Das Verdienst des Buches ist, dass es eine Vision auf einzelne Projekte herunterbricht.
Die englischen Begriffe lassen unschwer erkennen: Es geht um Management. Jedes Kapitel mündet denn auch in Umsetzungsschritte. Meist dauert die in mehrere Schritte gegliederte Umsetzung ein Jahr oder länger.
Das Verdienst des Buches ist, dass es eine Vision auf einzelne Projekte herunterbricht. Die Autorinnen bezeichnen «Level up» als Leitfaden. Wer ihn liest, den beschleicht aber ein mulmiges Gefühl: Hier wird die Schule in einem angelsächsischen Sinn als Entwicklungsobjekt angesehen und jenen, die dort ausgebildet werden oder die dort arbeiten, Rollen zugewiesen, in die sie zu passen haben. Insofern sei den Leserinnen und Lesern geraten, das Buch als Inspiration zu sehen, aber nicht als Umsetzungsplan hin zu einer Schule der Zukunft. Es ist sonst gut möglich, dass man dabei auf halbem Weg ausbrennt.