Ratgeber

Mädchenfreundschaften

Freundinnen erleben zusammen schöne Zeiten. Dennoch kann es zu Streit und Ausgrenzung kommen. Der Ratgeber «Gut befreundet» für 8- bis 13-jährige Mädchen regt Selbstreflexion an und ermutigt dazu, Freundschaften zu pflegen.

Freundschaften sind einer der grössten Stressfaktoren im Alltag vieler Mädchen. Foto: iStock/Hraun

In der Badi auf dem gleichen Badetuch liegen, über alles miteinander reden, Chips essen, lachen und die Zeit vergessen: Die Nähe und Vertrautheit in einer Freundschaft geben ein gutes Gefühl, Halt und Selbstvertrauen. 

Freundschaften stärken die soziale und emotionale Kompetenz wie auch die Resilienz – wichtige Voraussetzungen für die mentale Gesundheit. Und dann will plötzlich die beste Freundin nur noch mit anderen abmachen. Das tut weh und man fühlt sich schlecht. Warum sind eigentlich Freundschaften manchmal so schwierig, warum verändern sie sich? Wie funktionieren sie? Braucht man eine BFF, eine beste Freundin für immer?

Bei solchen und ähnlichen Fragen setzt das Buch «Gut befreundet» an und zeigt alltagsnah, in gut verständlicher Sprache und sehr ansprechend gestaltet, wie Freundschaften funktionieren. Zielgruppe sind Mädchen von 8 bis 13 Jahren. Das Buch ist in fünf Kapitel gegliedert. Im ersten geht es darum, sich selbst kennenzulernen: Was mag ich an mir? Und was mögen andere an mir? Was brauche ich in einer Freundschaft? Welche Rolle kann ich in einer Gruppe spielen? Was bedeutet Schüchternheit? 

Im zweiten Kapitel geht es darum, wie man Freundschaften knüpft. Das dritte Kapitel zeigt, wie man Schwierigkeiten in der Freundschaft überwindet. Es geht ums Streiten, fieses Verhalten, Ausgrenzung, Lästereien, Haten, Gruppendynamiken und Beziehungsabbrüche. Das vierte Kapitel widmet sich Ideen, wie man eine schöne Zeit miteinander verbringen kann. Das letzte Kapitel «So viel Tolles vor dir!» ist eine Ermunterung, das ganze Leben hindurch vielfältige Freundschaften zu pflegen, zu spüren, was einem guttut, und wie man neue Personen in bestehende Gruppen einbezieht.

Emotionales Mobbing wird verharmlost

Das Buch «Gut befreundet» deckt sorgfältig auf, welche Verletzungen man sich zufügen kann. Bei Gewalt unter Kindern und Jugendlichen denken viele nur an körperliche Auseinandersetzungen. Weniger sichtbar, aber genauso verletzend, sind andere Formen: Ausgrenzung, subtile Manipulation oder öffentlicher Freundschaftsentzug. 

Was als «Zickenkrieg» abgetan wird, hat Folgen für den Selbstwert.

Mobbing unter Mädchen ist weitverbreitet, wird aber häufig verharmlost, obwohl Freundschaft einer der grössten Stressfaktoren im Alltag vieler Mädchen ist. Was als «Zickenkrieg» abgetan wird, hat Folgen für den Selbstwert, die mentale Gesundheit und die soziale Entwicklung.

Im Buch werden Alltagsbeispiele von Mädchen aufgegriffen. Psychotests helfen, die eigenen Gefühle, Grenzen und Wünsche herauszufinden. Es gibt Tipps rund um Streit und Versöhnung, Ideen gegen die Einsamkeit, Impulse zur Selbstfürsorge, Schüchternheit und Rollen in einer Gruppe, Vorschläge für Rituale und Aktivitäten, die Freundschaften bereichern, wie auch Platz für eigene Notizen. 

Der Ratgeber vermittelt Wissen, regt zur Selbstreflexion an und ermutigt, Freundschaften zu pflegen und schwierige Situationen zu meistern. Man kann es mehrmals oder punktuell lesen. Eltern und andere Bezugspersonen erhalten mit dem Ratgeber einen niederschwelligen Zugang, um heikle Freundschaftssituationen gemeinsam mit der Tochter zu besprechen. Herausgeber ist der Kaleio-Verlag, der sich darauf spezialisiert, dass «Mädchen gross werden, ohne sich klein zu machen». Seit diesem Jahr ist das Buch auf Deutsch erhältlich.

Autor
Claudia Baumberger

Datum

23.09.2026

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