Die Berner Stimmbevölkerung will Bildungsqualität nicht in der Kantonsverfassung festschreiben. Mit 59,9 Prozent lehnte sie am 27. September eine entsprechende Initiative des Berner Lehrpersonenverbands Bildung Bern ab. Damit folgte sie der Weisung aus Regierung und Parlament und Wirtschaftsverbänden, welche die Initiative zur Ablehnung empfahlen.
Die Bildungsinitiative wollte mit einer Verfassungsänderung bewirken, dass Kanton und Gemeinden für eine Bildung von hoher Qualität sorgen und die notwendigen Mittel dafür zur Verfügung stellen.
Bereits im Abstimmungskampf zur Bildungsinitiative zeichnete sich ab, dass sich Gegnerinnen und Gegner vor allem an der Verfassungsänderung störten. Viele äusserten zudem Bedenken, weil sich die Kosten zu den geforderten Massnahmen nicht genau beziffern liessen.
Gegner der Bildungsinitiative in die Pflicht nehmen
So forderte die Berner Bildungsinitiative unter anderem, dass die berufsbegleitende Weiterbildung von quereinsteigenden Lehrpersonen unterstützt wird. Zudem sollte ein Ausbau von Schulsekretariaten die Lehrpersonen von administrativen Ausgaben entlasten.
Für Stefan Wittwer, Geschäftsführer von Bildung Bern, ist trotz negativem Resultat klar, dass die Inhalte der Initiative weiterverfolgt werden müssen: «Wir nehmen die Gegnerinnen und Gegner beim Wort: Wenn die Bildungsqualität nicht in der Verfassung verankert werden soll, müssen die Ziele nun auf gesetzlicher Ebene angegangen werden. Wir stehen bereit, dabei konstruktiv mitzuarbeiten.»
Wie Bildung Bern in einer Mitteilung weiter schreibt, blieben die Herausforderungen im Bildungswesen bestehen: Genügend qualifizierte Lehr- und Fachpersonen, gute Rahmenbedingungen für den Unterricht und die Sicherung einer hohen Bildungsqualität im ganzen Kanton.
