Obwohl der Herbst bereits begonnen hat, sind die Hitzetage dieses Sommers noch sehr präsent. Müssen für künftige Hitzeperioden Schulhäuser mit Klimaanlagen aufgerüstet werden? Oder reichen sanftere Massnahmen aus? Der Kanton Basel-Stadt führte einen gross angelegten Kühlungsversuch durch, aus dem Lehren für das kommende Jahr gezogen werden sollen.
Bereits vor den Sommerferien führte der Kanton eine Pilotphase an acht ausgewählten Basler Schulen durch. Das frühmorgendliche Lüften beziehungsweise die Nachtauskühlung durch Querlüften wurde nach dem Start ins neue Schuljahr auf beinahe alle Schulen ausgeweitet. Für das Lüften der rund 50 Schulhäuser bot der Kanton private Sicherheitsunternehmen auf. Diese mussten aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen bei den Schulhäusern unterschiedliche Lüftungskonzepte erarbeiten. Die Massnahmen kosteten laut Angaben des Erziehungsdepartements 290 000 Franken.
Lüften ist nicht gleich Lüften
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Frühlüften und Nachtabkühlung. Bei ersterem werden die Fenster in den Klassenzimmern vollständig geöffnet, die Zimmertüren bleiben geschlossen, um die Brandschutzvorgaben zu gewährleisten. Bei der Nachtauskühlung durch Querlüftung wird die Schulzimmertüre offen gelassen und so ein Luftstrom innerhalb des Gebäudes ermöglicht. Dies war an sieben Schulen möglich.
Wie erfolgreich das Lüften war, lässt sich in Grad Celsius nicht ausdrücken. Denn die Temperaturunterschiede wurden nicht gemessen, da Budget und Zeit fürs Installieren von geeigneten Messgeräten gefehlt haben. Laut verschiedenen Rückmeldungen sagt eine Sprecherin des Erziehungsdepartements gegenüber BILDUNG SCHWEIZ, sei die Wirkung spürbar gewesen. Denn das Eintreten in ein frisch gelüftetes Klassenzimmer habe auch einen psychologischen Effekt. Die detaillierte Evaluation laufe derzeit.
