2024 wurde einem schwulen Lehrer gekündigt, weil konservative Eltern ihn kritisiert hatten. Warum bietet diese Geschichte Stoff für die Bühne?
PIET BAUMGARTNER: Der politische Druck verlagert sich offensichtlich ins Schulzimmer. Lehrpersonen stehen unter grosser Beobachtung. Was an vergangene Zeiten erinnert, wurde mit dem Fall im zürcherischen Pfäffikon wieder hochaktuell. Wenn du queer bist und unterrichtest, musst du dich entscheiden: Stelle ich mich der öffentlichen Diskussion oder halte ich Teile meines Lebens geheim?
Wie gingen Sie bei der Recherche vor?
Wir haben Kontakt zum betroffenen Lehrer erhalten. Ich wollte wissen, was dieser Fall mit ihm gemacht hat. Über ungefähr ein Jahr haben wir uns immer wieder zu Gesprächen getroffen. Was mich am meisten erstaunt hat: Er ist in seinem Sexualkundeunterricht gar nicht gross auf queere Themen eingegangen. Diese waren bloss eine Randnotiz. Die Freikirchen-Eltern sind gegen ihn vorgegangen, weil er ein schwuler Lehrer ist. Ich war überzeugt, dass unsere Gesellschaft weiter ist. Aber wir spüren diesen Rückschritt derzeit überall, siehe Trump und sein imperialistisches Gehabe.
«Ich hätte mir so jemanden als Klassenlehrer gewünscht.»


