Ausstellung

Spielerisch durch die Antike reisen

Eine Ausstellung des Antikenmuseums Basel erweckt Mythen und Figuren 
der Antike zu neuem Leben. Sie ist als interaktives Spiel aufgebaut.

junge Frau geht ein Labyrinth ab
Eine Besucherin auf Mission: Ein Labyrinth führt zu Minotaurus. Foto: Flavia Schaub/Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig

Das trojanische Pferd ist nicht nur ein Computervirus, Medusa nicht nur das Versace-Logo und Hercules nicht nur ein Disneyfilm. Sie alle greifen auf mythologische Vorbilder aus der Antike zurück. Diese Beispiele aus der Popkultur zeigen, wie präsent antike Mythen heute noch sind. Umso wichtiger ist es, sich auch mit deren historischem Ursprung auseinanderzusetzen. Diese Möglichkeit bietet das Antikenmuseum Basel mit der neuen Ausstellung «Hero Games – Entdecke das Heldenhafte in dir». Sie ist wie ein Spiel aufgebaut, bei dem man mit einem Badge Punkte sammelt. Der interaktive Ansatz macht die antike Heldenmythen erlebbar.

Griechische Mythen nachspielen

Medusa war eine gefürchtete Dämonin. Sie hatte Schlangenhaare und goldene Flügel. Ihr Blick war tödlich. Jedes sterbliche Wesen, das ihr in die Augen schaute, erstarrte zu Stein. Perseus fasste, wie bereits viele vor ihm, den Auftrag, die Medusa zu enthaupten. Im Gegensatz zu seinen erfolglosen Vorgängern erhielt er göttliche Unterstützung und das nötige Equipment. Mit einem verspiegelten Schild, geflügelten Schuhen und einer Tarnkappe konnte er sich unbemerkt an die schlafende Medusa heranschleichen und ihr den Kopf abschlagen.

Im Spiel der Ausstellung stehen die Besuchenden vor der gleichen Aufgabe. An die Wand ist das Bild der schlafenden Medusa projiziert. Man muss sich vorsichtig an sie heranschleichen und ihr mit einer raschen Bewegung mit der Hand auf den Kopf schlagen, ohne dass sie aufwacht. Sonst droht Punktabzug. Gelassenheit und Konzentration sind dabei gefordert.

Insgesamt sieben solcher Missionen gilt es zu bewältigen, bei denen entweder ein Ungeheuer bekämpft oder ein Rätsel gelöst werden muss. Dabei werden unterschiedliche Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Am Ende der Ausstellung erreicht man das Orakel von Delphi, bei dem die Besuchenden – wie die antiken Protagonistinnen und Protagonisten auch – ihren Orakelspruch respektive ihre Punkteauswertung erhalten.

Neue Art der Wissensvermittlung

Mit ihrem Game-Charakter bietet die Ausstellung einen niederschwelligen Zugang zur griechischen Mythologie. Die jeweiligen Räume sind kreativ und detailreich eingerichtet und erlauben es den Besuchenden, in die antike Welt einzutauchen. Trotz des Fokus auf das Spielerische kommt die historische Einbettung nicht zu kurz.

Läuft man durch die Ausstellung, werden einem passende Audioinhalte abgespielt, die eine Einführung zu den verschiedenen Heldenmythen geben. In den Räumen selbst erläutern Infotexte das Leben der Heldinnen und Helden genauer. Über 2500 Jahre alte Originalwerke  wie Vasen, Reliefs oder sogar ein Kindersarkophag zeigen, dass diese Figuren bereits in der Antike ihren Weg in die Kunst fanden. 

Zur Ausstellung

Die reservationspflichtige Ausstellung bietet einen Workshop für Schulkinder ab der vierten Klasse an. Dieser dauert zwei Stunden und ist für Klassen aus den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft gratis, für ausserkantonale Klassen kostet er 180 Franken. Ein sogenannter Game Master, der durch die Ausstellung führt, kann dazugebucht werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen zuerst das antike Heldentum und ihre Abenteuer kennen, bevor sie sich im Workshop genauer mit dem Thema beschäftigen. Sie können ihre Gedanken dazu in einer Broschüre festhalten, die dann in der Ausstellung aufgelegt wird. Die Ausstellung dauert noch bis am 29. März 2026. Weitere Informationen: antikenmuseumbasel.ch.

Autor
Jacqueline Schreier

Datum

09.01.2026

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