Das trojanische Pferd ist nicht nur ein Computervirus, Medusa nicht nur das Versace-Logo und Hercules nicht nur ein Disneyfilm. Sie alle greifen auf mythologische Vorbilder aus der Antike zurück. Diese Beispiele aus der Popkultur zeigen, wie präsent antike Mythen heute noch sind. Umso wichtiger ist es, sich auch mit deren historischem Ursprung auseinanderzusetzen. Diese Möglichkeit bietet das Antikenmuseum Basel mit der neuen Ausstellung «Hero Games – Entdecke das Heldenhafte in dir». Sie ist wie ein Spiel aufgebaut, bei dem man mit einem Badge Punkte sammelt. Der interaktive Ansatz macht die antike Heldenmythen erlebbar.
Griechische Mythen nachspielen
Medusa war eine gefürchtete Dämonin. Sie hatte Schlangenhaare und goldene Flügel. Ihr Blick war tödlich. Jedes sterbliche Wesen, das ihr in die Augen schaute, erstarrte zu Stein. Perseus fasste, wie bereits viele vor ihm, den Auftrag, die Medusa zu enthaupten. Im Gegensatz zu seinen erfolglosen Vorgängern erhielt er göttliche Unterstützung und das nötige Equipment. Mit einem verspiegelten Schild, geflügelten Schuhen und einer Tarnkappe konnte er sich unbemerkt an die schlafende Medusa heranschleichen und ihr den Kopf abschlagen.
Im Spiel der Ausstellung stehen die Besuchenden vor der gleichen Aufgabe. An die Wand ist das Bild der schlafenden Medusa projiziert. Man muss sich vorsichtig an sie heranschleichen und ihr mit einer raschen Bewegung mit der Hand auf den Kopf schlagen, ohne dass sie aufwacht. Sonst droht Punktabzug. Gelassenheit und Konzentration sind dabei gefordert.
Insgesamt sieben solcher Missionen gilt es zu bewältigen, bei denen entweder ein Ungeheuer bekämpft oder ein Rätsel gelöst werden muss. Dabei werden unterschiedliche Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Am Ende der Ausstellung erreicht man das Orakel von Delphi, bei dem die Besuchenden – wie die antiken Protagonistinnen und Protagonisten auch – ihren Orakelspruch respektive ihre Punkteauswertung erhalten.
Neue Art der Wissensvermittlung
Mit ihrem Game-Charakter bietet die Ausstellung einen niederschwelligen Zugang zur griechischen Mythologie. Die jeweiligen Räume sind kreativ und detailreich eingerichtet und erlauben es den Besuchenden, in die antike Welt einzutauchen. Trotz des Fokus auf das Spielerische kommt die historische Einbettung nicht zu kurz.
Läuft man durch die Ausstellung, werden einem passende Audioinhalte abgespielt, die eine Einführung zu den verschiedenen Heldenmythen geben. In den Räumen selbst erläutern Infotexte das Leben der Heldinnen und Helden genauer. Über 2500 Jahre alte Originalwerke wie Vasen, Reliefs oder sogar ein Kindersarkophag zeigen, dass diese Figuren bereits in der Antike ihren Weg in die Kunst fanden.
