Die Lern- und Erlebnisstationen, denen man auf dem Weg durchs Blätterdach begegnet, möchten nicht nur das Hirn, sondern alle Sinne ansprechen. Manchmal muss man ganz genau hinhören, etwas schmecken oder berühren. Die Blätter der Ulme beispielsweise haben eine sehr raue Oberfläche, die einen beim Darüberstreichen an die Zunge einer Katze erinnert. Die Härchen, die man spürt, sind laut Sabine Gantner dafür da, Schmutz aus der Luft zu filtern.
Felle und Hörner zum Anfassen
Ein nicht leicht zu lösendes Rätsel für die Kinder folgt an anderer Stelle: Nebeneinander aufgereiht und mit geschlossenen Augen bekommen sie einen seltsamen Gegenstand in die Hände gereicht, den sie nach eingehendem Befühlen an das nächste Kind weitergeben. Die meisten erraten, dass sie das Geweih eines Rehs in den Händen halten. Ganz anders fühlt sich das stark gekrümmte und spitz zulaufende Horn der Gämse an, welches die Kinder nun zum Vergleich befühlen dürfen.
Auch sehr unterschiedlich fühlen sich die Felle von Füchsen und Dachsen an. Manche Jungs und Mädchen haben anfangs leichte Berührungsängste, während andere das Fell wie eine Mütze über den Kopf ziehen und sich damit fotografieren lassen. Fuchs und Dachs leben nahe beieinander. Das hat vor allem damit zu tun, dass der Dachs ein viel besserer Höhlenbauer ist. Der Fuchs zieht, falls er keinen verlassenen Dachsbau findet, sozusagen als Untermieter ein.
Bräteln und spielen
Am Ende des einstündigen Rundgangs ist es, als ob man eine grosse Safari durch den heimischen Wald gemacht hätte. So viel gab es auf den etwas mehr als fünfhundert Metern zu entdecken und zu erfahren. Wem die vielen spannenden Informationen vor Ort noch nicht genügen, dem sei die Website des Baumwipfelpfads empfohlen. Dort informieren Forstarbeitende monatlich, was im Wald aktuell los ist. Im Monat Juli war da Erstaunliches über Zecken zu lesen. Zum Beispiel, dass die Tiere nach einer üppigen Mahlzeit das 100- bis 200-Fache ihres Körpergewichts erreichen, umgekehrt aber zehn Jahre lang ohne Nahrung auskommen können. Die Tierchen werden auch als nützlich für die Natur beschrieben. Nicht zuletzt dienen sie zahlreichen Vögeln als willkommener Snack.
Auf dem Rundgang durchs Blätterdach haben auch die Fünftklässler aus Romanshorn einen gesunden Appetit entwickelt. Mehrere Brätelstellen und von Sonnenschirmen geschützte Tische und Bänke laden dazu ein, sich dem leiblichen Wohl zuzuwenden.
Vielleicht bleibt nachher noch etwas Zeit, um sich an den Spielelementen des Waldspielplatzes zu versuchen. Hier bietet sich nochmals ein eindrucksvoller Blick auf die Konstruktion des Baumwipfelpfads.