DOKUMENTARFILM

Wie es ist, als Zirkuskind aufzuwachsen

Ein Dokumentarfilm über einen kleinen Jungen zeigt, wie es ist, als Kind einer Zirkusfamilie in der Manege aufzuwachsen.

Ein kleiner Junge klettert auf einem Zirkuszelt herum.
Zirkuskind Santino muss von klein auf kräftig mit anpacken. Foto: ZVG

Santino ist ein elfjähriger Junge. Er lebt ein ganz anderes Leben als die meisten Kinder seines Alters. Santino ist ein Zirkuskind. Als Teil einer der ältesten Zirkusfamilien Deutschlands wächst er zwischen Vorstellungen und ständigem Umherreisen auf. Der Dokumentarfilm «Zirkuskind» gibt Einblick in diesen aussergewöhnlichen Alltag. Die Filmemacherinnen Anna Koch und Julia Lemke haben Santino und seine Familie über ein Jahr lang begleitet und zeigen sowohl die schönen und magischen Momente des Zirkusalltags wie auch dessen Tücken und Herausforderungen.

Santino stellt seine Familie vor, zeigt sein Zuhause und führt durch seinen Alltag. Wir sehen, wie er mit seinem jüngeren Bruder spielt, beim Auf- und Abbau der Zelte hilft, in der Manege mitarbeitet und wie er alle rund ein bis zwei Wochen die Schule wechseln muss. In all diesen Momenten ist es Santino selbst, der erzählt und die Zuschauenden durch sein Leben führt. Das macht den Dokumentarfilm echt und nahbar und besonders für Kinder interessant.

Der Urgrossvater schaut zurück

Der Film rückt neben Santino dessen Urgrossvater namens Ehe in den Fokus. Von ihm erfahren die Zuschauenden viel darüber, wie es in früheren Zeiten im Zirkus war und wie sich das Leben der Zirkusleute in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Die Erzählungen und Erinnerungen von Ehe gewähren einen wertvollen Blick in seine Vergangenheit: darunter sein Debüt als Clown, seine Freundschaft mit dem Zirkuselefanten August und wie er seine Frau kennenlernte.

Der Dokumentarfilm erzählt auch von den Schattenseiten des Zirkuslebens, etwa von sozialer Ausgrenzung oder der Verfolgung von Fahrenden.

Der Dokumentarfilm erzählt auch von den Schattenseiten des Zirkuslebens, etwa von sozialer Ausgrenzung oder der Verfolgung von Fahrenden – zu denen auch die Zirkusleute gehören – etwa während des Nationalsozialismus. Diese Sequenzen werden durch einfache Animationen visualisiert. So schafft es der Film, diese Episoden kindergerecht aufzuarbeiten und zu vermitteln.

Heikle Themen besprechbar machen

«Zirkuskind» vermittelt nicht nur Zirkuswissen. Der Dokumentarfilm greift auch Fragen wie «Was möchte ich später einmal werden?» auf, die Kinder direkt betreffen. Der Verein Kinokultur empfiehlt ihn ab der 3. bis 6. Klasse und stellt online einen interaktiven Fragebogen und Unterrichtsmaterial bereit, mit dem Schulklassen den Film nachbearbeiten können.

Dadurch können schwierige oder heikle Themen wie Rassismus oder Tierwohl dem Alter entsprechend zugänglich gemacht werden. Daneben wird das junge Publikum mittels gezielter Fragen dazu animiert, Bildsprache und Filmausschnitte zu interpretieren und einzelne Aspekte des Films zu vertiefen. 

 

Filme für den Schulunterricht

Der Verein Kinokultur empfiehlt regelmässig aktuelle Kinofilme, die sich für den Schulunterricht eignen. Er organisiert schweizweit Schulvorstellungen und bietet dazu kostenlose Gespräche mit den Filmschaffenden an. Ab 50 Schülerinnen und Schülern kann eine eigene Vorstellung organisiert werden. Der Kinoeintritt kostet 10 Franken pro Schulkind, für Begleitpersonen ist der Eintritt kostenlos. Neu steht für ausgewählte Filme online Unterrichtsmaterial zur Verfügung, mit denen der Filminhalt analysiert werden kann. Mehr Informationen: kinokultur.ch 

Autor
Jacqueline Schreier

Datum

05.02.2026

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