Soziale Medien haben Suchtpotenzial. Sie haben das selbst erlebt. Wie fühlte sich das an?
Jan Löning: Ich habe an mir selbst beobachtet, wie stark Social Media unser Verhalten steuert und wie es mir irgendwann mehr nahm, als es mir gab. Je länger ich online war, desto leerer fühlte sich das echte Leben an. Likes und Vergleiche schwächten mein Selbstwertgefühl, und das ständige Scrollen hinterliess eher Leere als Inspiration. Um diesen Mechanismus zu durchbrechen, habe ich mich intensiv mit den Strukturen hinter den Plattformen beschäftigt: mit Algorithmen, psychologischen Triggern und Suchtmechanismen. Dieses Verständnis war der Schlüssel, um mir eigene Strategien zu erarbeiten und meinen digitalen Konsum wieder zu kontrollieren.
Heute sagen Sie, der digitale Durchblick sei so wichtig wie Lesen und Schreiben. Wie meinen Sie das konkret?
Wir leben in einer Welt, in der Jugendliche täglich Stunden am Handy verbringen, doch kaum jemand erklärt ihnen, wie Social Media wirklich funktioniert. Wer nicht versteht, wie es unser Verhalten beeinflusst, läuft Gefahr, süchtig zu werden oder psychisch darunter zu leiden. Digitales Wissen ist daher genauso wichtig wie Lesen und Schreiben. Es geht um Aufklärung, Prävention und Selbstreflexion. Wer versteht, wie Social Media funktioniert und welche Wirkung es auf uns hat, kann sich besser schützen und gesünder damit leben.
