AUSSTELLUNG

Damit Filterblasen platzen

Social Media, Influencer und künstliche Intelligenz fordern täglich unsere Medienkompetenz heraus. Eine neue Ausstellung im Verkehrshaus Luzern will diese fördern und schärfen.

Ein Jugendlicher schaut sich ein Nachrichtenvideo an.
An drei Stationen über Journalismus und Phänomene wie Fake News können Besuchende ihre Medienkompetenz testen. Foto: Verkehrshaus

Vor rund 20 Jahren war die Medienlandschaft noch überschaubar. Wer informiert bleiben wollte, schaute TV, hörte Radio oder las die Zeitung. Doch heute sieht es anders aus: Viele Leute informieren sich inzwischen vorwiegend in den sozialen Medien – rund um die Uhr. Das Tempo hat angezogen und die Menge an Meldungen zugenommen. Wir werden regelrecht überflutet mit Informationen unterschiedlichster Herkunft. Noch nie war es so wichtig, zu wissen, welchen Quellen wir vertrauen können.

In Zusammenarbeit mit der SRG hat das Verkehrshaus Luzern die Ausstellung «Wirklich?! Fakt, Fake oder Meinung? Finde es raus» konzipiert. Diese vermittelt Medienkompetenz auf spielerische Weise. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille appellierte am Eröffnungstag an Besucherinnen und Besucher: «Sie alle müssen ein Stück weit Journalistinnen und Journalisten sein.» Denn jede und jeder müsse täglich entscheiden, welche News glaubwürdig sind – inmitten einer Flut von Informationen, die unaufhörlich auf alle einprasseln.

News, Bubble oder KI-Fake?

Die Ausstellung besteht aus drei Stationen: News Flash, Bubble Crash und Fake Bash. Diese können in beliebiger Reihenfolge absolviert werden. Sie bestehen jeweils aus einer kurzen Einführung, einer Aktivität und einer Quizfrage als Lernkontrolle.

Je nach Kontext kann der Sinn der eigenen Aussagen komplett verfälscht werden.

Bei News Flash schlüpfen die Besuchenden in die Rolle einer Fernsehjournalistin oder eines Fernsehjournalisten. Der Aha-Effekt stellt sich bei der darauffolgenden Ausstrahlung ein: Je nach Kontext kann der Sinn der eigenen Aussagen komplett verfälscht werden.

Die zweite Station, Bubble Crash, zeigt mittels Farbfilter, wie sich der Blick auf die Welt verengen kann, wenn man nur noch bestimmte Inhalte zu sehen bekommt. So werden die Besucherinnen und Besucher für Filterblasen und Algorithmen sensibilisiert, denen wir in den sozialen Medien ständig ausgesetzt sind. Die Ausstellung verweist dabei auch auf den Confirmation Bias, also auf die Tendenz, das zu sehen und zu glauben, was sich mit unserer Haltung und mit unseren Vorlieben deckt. Die dritte Station Fake Bash erinnert an die Kinder-Quizshow «1, 2 oder 3». Hier sehen die Besuchenden kurze Social-Media-Beiträge und müssen diese rasch auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen.

Ausflug für Schulklassen

Die viersprachige Ausstellung richtet sich primär an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Es wird empfohlen, die Klassen zu halbieren, sodass nicht mehr als drei bis vier Jugendliche gleichzeitig an einer Station sind. Lehrpersonen müssen das Thema Medienkompetenz nicht vorgängig im Unterricht behandeln, aber eine Nachbereitung ist empfehlenswert. Man könnte zu diesem Zweck beispielsweise die Bedeutung verlässlicher Informationen für die Stärkung der Demokratie thematisieren. 

INFOS ZUR AUSSTELLUNG

Im Klassenverband beträgt der Eintritt ins Verkehrshaus 13 Franken pro Schülerin oder Schüler. Für die Reise nach Luzern gibt es von der SBB das Angebot Rail Away, das Schulklassen einen Rabatt von 20 Prozent auf Eintritt und Bahnfahrt gewährt. Alternativ dazu gibt es die SBB-Schultageskarte für 15 Franken pro Person. Je nach Anfahrtsweg kann die eine oder andere Variante günstiger sein. Begleitende Unterrichtsmaterialien gibt es auf der Website des Museums. Mehr Informationen: verkehrshaus.ch

Autor
Susanne Schild

Datum

13.02.2026

Themen